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Bürgermeister-Blog

Ratten können zur Plage werden - müssen es jedoch nicht

In unseren Siedlungen werden gerade wieder besonders viele Ratten wahrgenommen. Dies hat natürliche und leider manchmal auch unnötige Gründe..

Quelle: Pixabay

Liebe Mitbürgerinnen, liebe Mitbürger,

Das Wichtigste gleich am Anfang:

1. Wir haben KEINE Rattenplage
Weder ist die Anzahl an Ratten überdurchschnittlich, noch sind diese in unserer gegen Überträger von für Menschen gefährlichen Krankheiten.

2. Füttern Sie grundsätzlich keine wilden Tiere
Auch wenn Sie fest daran  glauben dem Igel Gute zu tun - Sie nähren damit letztlich nur die Rattenpopulation. Oft genug sind gut gemeinte Fütterungen auch tödlich für unsere Mitwesen.

3.  Essensreste gehören auf keinen Fall in den offenen Kompost
Eier- und Kartoffelschalen, gekochte Gemüse- und Fleischreste mögen noch so biologisch daher kommen. Sie sind vor allem ein Festmahl für Rattenpopulationen und ziehen dies magisch an.

4. Für die Schädlingsbekämpfung ist der Grundstückseigentümer zuständig
Schädlingsbekämpfung benötigt Fachwissen und ist eine Aufgabe für den Profi. Die falsche Ausbringung z.B. von Gift gefährdet andere Arten und ist oft genug gegenüber dem Schädling vollkommen wirkungslos.

Possierliche Tiere sind Ratten auf den ersten Blick. Einige lieben sie als Haustiere, andere würden sie am liebsten ausrotten. Ratten sind wahre Überlebenskünstler. Ihre Lebensräume können noch so lebensfeindlich sein – sie finden immer Nahrung. In der Menschheitsgeschichte waren sie immer wieder Überträger fürchterlicher Krankheitsepidemien und haben in der Neuzeit ihr Leben oft genug für unsere Gesundheit hergegeben. Während Hausratten nahezu ausgestorben sind und inzwischen zu den bedrohten Tierarten gehören, vermehren sich Wanderratten je nach Standort sehr massiv. Die Wanderratte erkennen Sie am Schwanz, der kürzer als der Körper ist.

Augenblicklich sind die Rattenbestände in unserer Gegend KEINE gesundheitliche Gefahr für uns Menschen. Deshalb erfolgt derzeit auch keine groß angelegte Bekämpfung durch staatliche Stellen. Leider teilen Ratten sehr gerne ihren Lebensraum mit uns Menschen. Sie vermehren sich bei genügend Nahrung unglaublich schnell unter Terrassen, Gartenhäuschen, in leerstehenden Häusern und anderen warmen Gefilden. Und je mehr sie werden und je näher sie uns kommen, desto gefährlicher können sie uns leider irgendwann auch werden.

Deshalb werden die sogenannten Wanderratten wo notwendig auch aktiv bekämpft. Dies geschieht tagtäglich zur Aufrechterhaltung der nötigen Hygiene durch unsere Eigenbetriebe in allen Abwasseranlagen und Kanälen. Auf öffentlichen Grundstücken werden ebenfalls bei Bedarf Ratten bekämpft.

Warum können sich Ratten auch auf Ihrem Grundstück vermehren?

Unachtsam in die Toilette, den Ausguss oder in den Straßengraben geschüttete Essensreste machen die Kanalisation und defekte Rohrleitungen zum Schlaraffenland für Ratten.

Seitlich leicht zugängliche Terrassenbauten und Gartenhausfundamente bieten ideale Nist- und Tummelplätze. Verschließen Sie daher alle Öffnungen unter und in Bauwerke.

Was kann ich tun um Ratten aus der Nachbarschaft fern zu halten?

Achten Sie bei der Fütterung von Tieren darauf, dass größere Futtermengen immer in verschlossenen Behältern lagern. Lebensmittelreste gehören ausschließlich in die Mülltonne. Füllen sie in offene Komposter keine gekochten Lebensmittelreste und Eierschalen. Gute Anleitungen finden Sie überall im Internet.

Was ist mit Gift?

Rattenbekämpfung ist Expertensache. Beauftragen Sie dazu ausschließlich Fachfirmen. Ratten sind unglaublich vorsichtig und lernfähig. Wenn der Tisch anderswo reichlich gedeckt ist, werden Giftköder links liegen gelassen. Die offene Auslegung von Giftködern ist übrigens gesetzlich aus gutem Grund verboten. Wirksame Gifte können auch für Katzen, Hunde und Kinder tödlich sein. Bei im Handel erhältlichen Giften beachten Sie bitte unbedingt die Gebrauchsanweisung.

Wegen des reich gedeckten Tisches der Natur im Spätsommer bzw. Herbst und weil sich die Tiere zum Überleben Winterspeck anfüttern, sieht man derzeit Ratten im Vergleich sehr häufig. Wenn es wieder kalt und ungemütlich wird, ziehen sich die Tieren wieder in den Untergrund wie z.B. der Kanalisation zurück.

Letztlich sind Ratten auch ein Teil unserer Natur. Wenn wir alle bewusst mit diesen Tieren umgehen werden sie auch kein Risiko für uns Menschen.

Herzliche Grüße

Marcel Fath
1. Bürgermeister

Ansprechpartner

Marcel Fath
1. Bürgermeister

Tel.: 08137/534-18
Fax: 08137/534-718
E-Mail: buergermeister@petershausen.de


Zimmer: OG 06